Schießstandwesen und Bewaffnung

Schweizerisches Repetiergewehr Modell 1889 ~ Waffennummer:61951

Bezeichnung der Waffe: Gewehr

Konstrukteur, Hersteller: Rudolf Schmied, Eidgenössische Waffenfabrik, Bern GzV Modell 1889, Drehhülse
Kaliber und Patrone: 7,5 mm GP 90, 90/03 und 90/23
Art der Zündung: Zentralzündung mit Schlagbolzen
Feuerart: Magazin - und Einzelladung
Fluggeschwindigkeit: Vo 590 m/ s
Länge: 1302 mm ohne Beiwaffe
Gewicht umgeladen: 4900 g ohne Beiwaffe
Lauflänge: 780 mm | Anzahl der Züge: drei Züge | Drallrichtung: rechts | Drallänge: 270mm
Visier: Quadrantvisier | Tiefste Visierstellung: 300 m | Höchste Visierstellung: 2000 m
Korn: Dachkorn, in Kornträger quer zur Laufachse ein- geschlauft
Patronezufuhr: zweireihiges Kastenmagazin ausschalt -und abnehmbar, mit Magazinfalle rechts zwölf Patronen.
Schaft: Nussbaumholz, mit Handschutz
Garniturmaterial: Stahl
Anzahl Bänder: zwei Bänder, Unterband ohne Klemmschraube, mit Riemenbügel unten
Oberband: mit Klemmschraube rechts und Pyramidenstift unten
Bajonetthaft: am Oberband unten
Bajonett: Dolchbajonett Modell 1889 und Vierkant – Stichbajonett Modell 1892

Die ersten Schießstände wurden bereits im Mittelalter errichtet um sich
zur Verteidigung des Landes einzuüben. Sogenannte "Radschloßbüchsen" gab es bereits im
16. Jahrhundert, was hauptsächlich den Bürgern und Bauern zu verdanken war, die das Schießstandwesen
besonders pflegten. Unter Kaiser Maximillians Landlibell mehrten sich die Schießstände und hatten eine Förderung
der Scheibenschützenbetriebe zur Folge. Es wurden Preise gestiftet, wie goldene Ringe, Fahnen,
Münzen,  aber auch Hosenstoffe !

Anfang Achzehnhundert entstanden die "Steinschloßgewehre" sogenannte Scheibenstutzen.
Diese Waffen fanden große Verwendung in den Freiheitskämpfen von 1797 bis 1809.

Ab Mitte 1850 folgte bei den Schützengesellschaften das sogenannte "Lorenzgewehr M 1854"
mit Perkussionszündung (Vorderlader). Demnach folgte das "Wänzl-Gewehr" mit Klappverschluß
und einer Kupferpatrone, dann folgte das "Werndlgewehr" mit ähnlicher Ausführung !


Im Jahre 1895 wurde das erste Repetiergewehr "Mannlicher M95" entwickelt,
das im ersten Weltkrieg bis 1918 von den Standschützen als bewährte Waffe bei härtesten
Bedingungen zum Einsatz kam. Nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Verbot im Jahre 1938 wurden
in den Schützenkompanien hauptsächlich Werndl- und Wänzl-Gewehre getragen.


Nach dem Wiederentstehen der Schützenkompanie im Jahre 1948 wurden Repetiergewehre aus der Schweiz
angekauft das sogenannte  "Ordonanzgewehr Modell BJ 1907"! Dieses Gewehr wird
noch heute in unserer Kompanie getragen!